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MALDITOS
ALEMANES
Eine Titelgeschichte und ihre FolgenEr ist der beste Journalist der Insel, führte glasklare Interviews mit Bertelsmann-Boß Mark Woessner und Lufthansa-Chef Jürgen Weber, schreibt allwöchentlich bissig brillante Feuilletons über die Torheiten der Prominenz, das Pay-TV oder Palmas weitgereisten Bürgermeister Fageda. Doch auf einmal versteht Matias Valles (s. Foto), Starkolumnist von Mallorcas führender Tageszeitung Diario de Mallorca, keinen Spaß mehr. Grund: die Deutschen, oder besser: die Mallorca-Story des von ihm ehedem hochgeschätzten SPIEGEL, für Valles immerhin das "wichtigste Ereignis dieses mallorquinischen Sommers". Hatte er noch im März, angesichts des allerorten beschworenen, neuen kosmopolitischen Inselzeitalters, vorgeschlagen, man müsse "die Mallorquiner integrieren", so findet seine Sprachgewalt nun weit weniger ironische Töne: "Wie eine Neutronenbombe", so Valles am vergangenen Sonntag im Diario, hätten sich die "neuen teutonischen Herrscher mit ihrer harten Währung" seiner Heimat bemächtigt: "Die Landschaft bleibt unversehrt, die Bevölkerung findet nicht statt. Die Geschichte Mallorcas wird erzählt aus der Perspektive von Hamburgern, Münchnern und Düsseldorfern. Und die führen sich auf, als gehöre ihnen bereits die ganze Insel. Die schweigende Mehrheit beschränkt sich derweil auf den Ausverkauf." ¡No! estimado
Matias Valles, Entgleisungen und Ignoranz einzelner sind nicht repräsentativ
für eine Mehrheit. Zitiertes (s.o.) ist nicht zwangsläufig die
Meinung des zitierenden Autors. Und über die Geschichte - an deren
Recherche Daß das Cover (s.o.) ein ziemlich dümmlicher, ausschließlich auf "Verkaufe" getrimmter Sommertitel ist, der - das nur nebenbei - blendend als solcher funktioniert hat, dass es nach allerlei Ballerballer-TV, Prominentenhatz und eben dieser neudeutschen Inselpsychogrammatikan der Zeit wäre, Dialog und Integration voranzutreiben - etwa auch, indem man gescheite Reportagen über Konflikte und Chancen einer der schönsten und spannendsten Regionen im Schmelztiegel Europa realisiert ... Geschenkt! Doch das steht - hoffentlich bald - auf einem anderen Blatt. |
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MALLORQUINISCHE
NACHT
Mallorca platzt aus allen Nähten, doch die Stars, die die Insel im Vorjahr noch massenhaft heimsuchten, bleiben ihr in diesem Sommer zumeist fern. Prominenteste Ausnahme: Hollywoodstar Tom Cruise, der mit seiner Frau Nicole Kidman samt Adoptivkindern auf Paul Gettys Luxusyacht Talitha durchs Mittelmeer kreuzte. Für drei Tage gingen sie vor Mallorcas Küste vor Anker. Zum Saturday Night Fever bestellte sich das Paar die mallorquinische Folkloregruppe So de Castanyetes an Bord - ausgelassene Partystimmung (s. Foto) bei der nächtlichen Rückfahrt von der Insel Dragonera nach Palma. |
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MISSGLÜCKTER
DRAHTSEILAKT
"Mallorca im Flic-Flac-Rausch", versprachen vollmundig ganzseitige Anzeigen schon vor Jahresfrist. Es hätte so schön sein können, jetzt kam für die Artistentruppe um Art Media Affairs-Geschäftsführer Eduard Hingerl das - vorläufige? - Aus! Machten dem ambitionierten Unternehmen zunächst namensrechtliche Streitereien und Auflagen der Baubehörde zu schaffen (s. Mallorca News Nr. 25), so geht es nun ums Geld. Zwei Wochen nach der mehrfach verschobenen Premiere, die am 22. August endlich stattfand, hat die Artistentruppe et cetera ihre Mitarbeit bereits aufgekündigt. Während die Künstler auf Zahlung ihrer Wochengage in Höhe von DM 72.000 ab der ersten öffentlichen Generalprobe am 17. Juli bestanden, wollte Hingerl erst ab der endgültigen Premiere bezahlen. Einigung unmöglich, das Tuch ist zerschnitten. Hingerl läßt bereits eine neue Truppe rekrutieren, die alte sitzt derweil auf gepackten Koffern und will zurück nach Deutschland, um das mittlerweile beträchtliche Loch in ihren Finazen zu stopfen. Das Mallorca-Abenteuer kostete "et cetera", nach eigenen Angaben, rund eine halbe Million Mark. Artisten in der Zirkuskuppel ... ratlos! |
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TRAURIGER
REKORD
Immer mehr Verkehrstote auf Mallorcas
Straßen: Allein im Bereich Palma und Umgebung kamen im vergangenen
Jahr 101 Menschen bei Unfällen ums Leben. Unter den Opfern
waren auch zahlreiche Touristen, die - oft ohne Ortskenntnis und unter
Alkoholeinfluß - im ungewohnten Kleinwagen und mit überhöhter
Geschwindigkeit über Mallorcas Landstraßen fahren. Ein besonders
tragischer Fall ereignete sich jetzt Anfang September: Ein junges Paar
prallte mit seinem Motorrad frontal auf einen Renault (s. Foto).
Das Paar war auf der Stelle tot, die Insassen des PKW mußten mit
z.T. schweren Verletzungen ins Krankenhaus. |
| +TELEGRAMM+TELEGRA | + Neuer Rekordtag an Palmas Flughafen Son Sant Joan: Insgesamt 120.275 Passagiere starteten und landeten am Samstag, 30. August, in 779 Maschinen auf dem umstrittenen Airport. Insgesamt stieg der Besucherstrom auf Mallorca im ersten Halbjahr 1997 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 216.800 auf 3,86 Mio., das entspricht einer Steigerung von gut sechs Prozent. |
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| + Noch im Dezember will die Telefongesellschaft Retevision in zwölf spanischen Großstädten, darunter auch Palma, ihren Betrieb aufnehmen.Vor allem von Geschäftskunden wird die private Konkurrenz zum bisherigen Monopolisten Telefónica (Auslandsgespräche: ab 1,08 DM/Minute) heiß ersehnt. Mit Preissenkungen von 15 bis 20 Prozent ist zu rechnen. | |
| + Falls es Ihnen spanisch vorkommt, wenn Sie auf Mallorcas Straßen immer häufiger Autos mit dem Kennzeichen IB begegnen - das Gegenteil ist der Fall! Denn ab sofort werden die PKW-Schilder auf Mallorca nicht mehr mit PM (Palma de Mallorca), sondern mit den katalanischen Initialien der Illes Balears versehen. | |
| + Rund 14 Mio TV-Zuschauer sahen am 9.August Sommer, Sonne, SAT.1, den zweiten Mallorca-Abend mit Jörg Wontorra. Damit schlug die Übertragung aus Valldemossa die aus der Hauptstadt Palma am 2.8. um Längen. | |
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