msm-Logo MALLORCA NEWS Nr. 34

Die Tops und Flops vom 6.8.1999

Finca La RaixaUrbanisacion Mallorca ParkDer Makler-Report
Fotos: msm-Archiv
VIELE ZWIELICHTIGE GESTALTEN

Wer auf Mallorca ein Haus, eine Wohnung, ein Grundstück kaufen will, muß höllisch aufpassen, um nicht über den Tisch gezogen zu werden! Das ist das Fazit eines Reports#, in dem Immobilienkäufer über ihre Erlebnisse mit Maklern auf Mallorca berichten.

Herausgeber Dr. Wolfgang Krüll: "In den letzten Jahren ist eine unselige Entwicklung eingetreten, die den Wert Mallorcas abhängig macht vom Besuch prominenter Deutscher. Mit jedem Prominenten, der ein Haus auf der Insel baut, werden die Preise für andere Objekte in die Höhe getrieben."

Die Qualität der Makler, so die Recherchen der Autoren, kommt da nicht mit. Dr. Krüll schreibt:

  • Einige sind so unfreundlich, dass sie das Prädikat "Beruf verfehlt" bekommen.
  • Mancher Mallorca-Makler sieht aus wie die Ruine, die er an den Mann bringen will.
  • Bei manchen muß man um Termine betteln. Die arbeiten nur, wenn sie Lust haben.
Kunden erzählen von ihren Erfahrungen mit Inselmaklern:
  • Ein Lehrerehepaar aus Oberhausen berichtet von einem Holländer, der vor der Besichtigungstour auf einer Anzahlung bestand. Sie willigten ein, wurden zwei Wochen lang zu Finca-Ruinen gefahren. Als der Tag der Scheck-Rückgabe kam, sei der Holländer verschwunden, sein Büro aufgelöst gewesen.
  • Ein Käufer berichtet von einem Dr. Steinbach, Verkäufer bei Immobilien de la Fuente. Der habe für eine Wohnung, die überhaupt nicht zu verkaufen war, 2,5 Millionen Pesetas Anzahlung kassiert, sich selbst eine Million entnommen und sei dann bei der Firma ausgeschieden. Begründung: "Wissen Sie, das Leben ist teuer ..." . Die Firma habe schließlich das Geld zurückgezahlt.
  • Ein Kunde berichtet von einer Schadensersatzklage gegen Makler Sarra, der ihm offene Kosten einer Wohnung verschwiegen habe.
  • Der Autor berichtet über einen Verkäufer von Nova-Immobilien in Andratx. Der habe mit verschiedenen Interessenten gleichzeitig Termine vereinbart und sei dann erst nach langer Verspätung erschienen, völlig unvorbereitet.
  • Ein Ehepaar schildert eine Hausbesichtigung mit Matthias Kühn. Ein 15-Millionen-Objekt in Son Vida, das der Verkäufer bis dahin offenbar gar nicht kannte. Mit verschmutzten Toiletten, kleinen Garagen und Kakerlaken. "Die gehören doch in den Süden", habe Kühn dazu nur bemerkt....
#Mallorca: Makler, Macht und Machenschaften. Im Deutschen Gesundheits- und Immobilienverlag. ISBN 3-933994-004. Preis: 39,80 DM


Glamourlady Nina Ruge
Foto: ZDF-Archiv
DIE GLAMOURLADY NINA RUGE
- von Renate Pentzien -

Ihr Gesicht steht für das Zweite Deutsche Fernsehen. Mit ihrem Namen verbinden die Deutschen die Welt der Reichen, Schönen und Berühmten. Sie sagt nur einen Satz, und jeder weiß, wer da spricht: "Alles wird gut" - aus dem Mund der großen Blondine mit dem lasziven Blick und viel Sexappeal in der Stimme klingt dies wie Versprechen und Vorhersage zugleich, und jeden Tag wollen eineinhalb bis zwei Millionen deutsche Zuschauer es wieder von ihr hören. Nina Ruge, die Margret Dünser des Jahres 2000.

Die studierte Biologielehrerin genießt ihren Aufenthalt auf Mallorca: "Ich weiß nicht mehr, wie oft ich schon auf dieser Insel war. Meist führt mich der Job hierher, aber ich nutze die freien Stunden als Erholung. Schon auf dem Flughafen fängt für mich der Zauber an. Egal wo man sonst aus dem Flieger steigt, es riecht immer nach Kerosin. Aber hier auf Mallorca duftet die Luft sogar über der Rollbahn. Hier habe ich das Gefühl, von Samt und Seide umweht zu sein. Wenn dann der Wind auch noch den Geruch der blühenden Geranien an meiner Nase vorbeiziehen läßt - einfach berauschend. Mallorca ist für mich ein Sanatorium für die Sinne."

Sanatorium? "Ja. Mallorca ist überhaupt nicht Abenteuer für mich. Ich habe genug Aufregendes in meinem Leben, ich brauche keine Zerstreuung. Ich wüßte genau, wo ich wohnen wollte, sollte ich mich hier niederlassen." Nina Ruge als Neuzugang unter den deutschen Prominenten, die ihren Erst- oder Zweitwohnsitz auf der größten Baleareninsel haben? "Ich habe das ernsthaft in Erwägung gezogen. Für mich kämen ja nur Wochenendaufenthalte hier in Frage, da ich von Montag bis Freitag Sendung habe. Meine Traumregion wäre der Nordosten - die völlige Abgeschiedenheit, die Ruhe, die Natur. Ich brauche keine Infrastruktur, kein Social Life", erklärt die Karrierefrau, die mindestens genauso häufig im Rampenlicht steht wie ihre berühmten Interviewpartner für die Leute heute-Sendung.

Natürlich wäre Südfrankreich auch wunderschön, aber was nützt es der beliebten Moderatorin, "an einem Urlaubsort zu sein, im Urlaubsdomizil, wenn ich das Haus im Sommer nicht verlassen kann, weil die Straßen mit Autos verstopft sind? Oder wenn ich Angst vor Kriminalität haben muß?" Nein, in dieser Beziehung ist Mallorca nicht zu toppen. ...


Arabella Kiesbauer
Foto: PRO 7
BLAUER DUNST
Mallorca in den Medien, die Medien in Mallorca. Roland Füllenbach, BBC-Fan und Bild-Leser, vor seinem Exodus auf die Insel selbst langgedienter Dompteur im deutschen Medienzirkus, kommentiert allwöchentlich, was auch auf den Balearen die Welt im Innersten zusammenhält: unabhängig, überparteilich - jedoch keinesfalls unbestechlich. Zweite Lieferung
ARABELLA DARF NICHT STERBEN!
- Roland Füllenbach über eine Woche Nachmittags-Talk in Arenal-

"Man sind die dick, Mann", raunzt der gut angeheiterte Mario und stubst seinen Nebenmann in die Seite. Natürlich nicht die von Arabella. Das ist doch nur die Moderatorin. Eher schon die von Donita. Eigens eingeflogen aus den fernen USA. Denn vergleichbare Wunderwaffen waren in Europa nicht aufzutreiben. Zumindest nicht von der zuständigen PRO7-Redaktion.

 "Nun müssen wir mal Englisch reden", weiß Arabella und wird ein bißchen nervös. Rainer kommt's eher Spanisch vor. "Mein Busen verdient mehr als Du", so das Motto der ersten Arabella-Show von der Playa de Palma. "Stimmt", weiß der 27jährige Dreher aus Cottbus. Aber bei 1.900 Mark netto ist das auch nicht besonders verwunderlich. "Endlich 'was los hier", findet Mario. Nix Sperrstunde, Musikverbot, acción botella und all der Quatsch, der einem die Ballermann-Sause seit neuestem zu vermiesen droht. Hier geht's noch deftig, kräftig zu. In den Arabella- Shows (noch bis 13.8. täglich um 14.00 h bei PRO7) findet Mallorcas gern und viel zitierter Qualitätstourismus seine natürlichen Grenzen.

 "Es muß wohl am Wahlkampf gelegen haben, dass die eine Drehgenehmigung bekommen hat", hofft eine mallorquinische Familie, die sich vor der Gluthitze in Palmas Innenstadt in ihr Sommerpiso, gleich gegenüber des Yachthafens von El Arenal, geflüchtet hat. Die vertraute, allnachmittägliche Siesta ist längst Geschichte. "A-RA-BEL-LA" dröhnt es nun hundertfach aus teutonischen Kehlen. Dabei hatte man sich erst unlängst an "O-BER-BAY-ERN" gewöhnt.

Gut unterrichteten Kreisen zufolge wird die Vergabe von Drehgenehmigungen auf den Balearen nach drei ebenso strengen wie überschaubaren Kriterien geregelt. Erstens: Qualität, zweitens: Luxus, drittens: Gratispropaganda für luxuriösen Qualitätstourismus. Wahrscheinlich hat Señor Matas persönlich an der Daily Soap Mallorca mitgearbeitet. Jetzt muß PRO7 die Drehbuch-Sopa des Herrn Ministerpräsidenten en funciones wieder auslöffeln: schöne Menschen in schöner Umgebung, eine Handlung, so zart wie das Plätschern der Wellen am Strand von Es Trenc. Alles gut ausgeleuchtet, na klar. Schließlich will man sein Licht ja auch nicht unter den Scheffel stellen. Immerhin rund 600.000 Zuschauer erholen sich mittlerweile bei der 30 Mio. Mark-Serie regelmäßig werktäglich um sieben vom wechselhaften deutschen Wetter und träumen, sanft schlummernd, von einer wärmeren Welt. Darunter - so weiß die Media-Forschung - zehn Prozent Teilzeit- und Edelresidenten (die mit der residencia), voller Hoffnung, doch noch ein bekanntes Gesicht aus der Nachbarschaft als Laiendarsteller zu entdecken. Jetzt also die tägliche Arabella-Show - ein Kompensationsgeschäft, ein kleines Dankeschön für den regelmäßig wiederkehrenden Dreißig-Minuten-Gratisspot. Wiedergutmachung bei gebeutelten deutschen Aktionären, ein tiefer Diener vor Mallorcas Lieblingsgast. ...


 
 Mallorca News Nr. 33 vom 02.08.99
Roland Füllenbach über die SPIEGEL-Coverstory "Wem gehört Mallorca?"
 Mallorca News Nr. 32 vom 23.07.99
Mallorcas neue Regierung, Michael Douglas gründet Costa Nord, "Wetten, daß.. " in Palma
 msm-Archiv - alle Mallorca News 1996-2000

Homepage msm-Beauties Events des Monats msm-Archiv Aktuelle News

© Palma Kurier / msm Mallorca Online 1999-2008. Alle Rechte vorbehalten

Für ausführliche Informationen, Reportagen und Fotowünsche wenden Sie sich bitte an:
msm Medien Service Mallorca S.L.
Konzepte & Service für TV, Print, Internet
C./ Pont i Vic, 7 - E-07001 Palma de Mallorca - España 
Tel.: (+34) 971.72.36.66 - Fax: (+34) 971.71.26.84
mail @mallorcaonline.com