| ILLEGALER
GOLFPLATZ
Nach Aussagen von Nachbarn und Ökologen entsteht derzeit auf dem Landgut Can Guilló bei Pollença ein illegaler Golfplatz. Umliegende Landwirte trafen sich bereits mit der Umweltorganisation GOB-Greenpeace, um über geeignete Maßnahmen zur Schließung der Anlage zu beraten. Vorgeworfen wird den Betreibern der Finca, daß sie seit Monaten den Grundwasserspiegel der Zone durch die Bewässerung von Greens und Abschlagplätzen senken. Nach Aussage von GOB-Vertreter Miguel Angel March wird auf Can Guilló 75mal soviel Wasser entnommen wie eigentlich erlaubt. Mit Luftaufnahmen der Finca wollen die Ökologen und betroffenen Landwirte den Verstoß gegen die traditionellen Wasserrechte anzeigen. Die Betreiber weisen die Anschuldigung zurück, einen illegalen Golfplatz auf dem Anwesen zu bauen. Sie würden in großen Mengen Kiwis und Pampelmusen anpflanzen, was den höheren Wasserverbrauch rechtfertige. Gemeinde und Behörden reagierten bis jetzt zögerlich und veranlaßten lediglich ein technisches Gutachten über die Bewässerung von Can Guilló. ... Mehr zum Thema im Mallorca News-Archiv. |
| DRÖHNENDER
KULT
-Von Nadja Röttger- Sie dröhnt und röhrt bei Tempo 80 wie ein Hubschrauber bei der Landung, vibriert in der Hand wie eine alte Motorsäge. Ihr fehlt jegliche Windschnittigkeit, und die Technik von Bremsen und Motor ist auf dem Stand der 60er Jahre stehengeblieben. Trotzdem kostet sie soviel wie ein neuer Mercedes: eine Harley-Davidson. Doch wer eine solche Legende auf zwei Rädern fährt, der weiß, daß ihr Wert nicht in Geld bemessen werden kann. Für Motorrad-Freaks auf der ganzen Welt ist es das größte, dieses Kult-Objekt zu besitzen. Andreas Gutsche aus El Arenal hat sich den Traum verwirklicht: "Zehn Jahre habe ich auf diesen Moment gewartet, jeden Pfennig gespart, bis ich mir endlich meinen Jugendtraum erfüllen konnte." Der ohrenbetäubende Lärm seiner Maschine, der Meer und Natur verstummen läßt, stört den Biker nicht: Im Gegenteil, "ich genieße diesen Sound, er ist für mich wie Musik", sagt der 34jährige Reisekaufmann, während er mit verliebten Augen seine grüne Sportster anschaut. Und er schwärmt weiter: "Schau dir nur diese tollen Kurven an, dieser Glanz..." Andreas ist nicht der einzige Biker auf Mallorca, der über seine Harley-Davidson spricht, als wenn es eine Geliebte wäre. Die Zahl der Fans dieses Exportschlagers aus den USA, mit dem man früher eher wüste Gesellen wie die Hells Angels in Verbindung gebracht hatte, steigt ständig. Nur sind es keine prügelnden, Dosenbier trinkenden Rocker, die diese zentnerschweren Kult-Vehikel bändigen. Heutzutage schlüpfen Handwerker, Büroangestellte, Geschäftsleute nach Feierabend aus Arbeitskombi oder Schlips und Kragen in die Ledermontur und in eine andere Identität. So wie Michael Goellner. Der ehemalige Konsul von Mallorca tuckert auf seiner tiefergelegten 883er über die Insel und gesteht: "Es hat schon etwas Verruchtes. Ich genieße dieses Macho-Feeling, wenn ich an der Ampel stehe und alle glotzen. Das steigert das Selbstbewußtsein." Daß Palmas Harley-Händler Antonio Salom sich vor Aufträgen kaum retten kann - letztes Jahr verkaufte er alleine 40 Maschinen - und sich der lokale Motorrad-Club Harley-Owners-Group GOP in immer längeren Kolonnen über Insel schlängelt, liegt nicht nur an der Profilneurose der Mitglieder. ... |
| QUOTENPARADIES
MALLORCA
-Von Drehbuchautor Harry Keil - Ein Fernsehproduzent wird doch noch träumen dürfen: "Absolut neu! Noch nie dagewesen! Das Ding wird ein Renner, läuft Jahre! So eine Serie wie die gab's noch nie!" Fernsehproduzentendeutsch für Fortgeschrittene. In diesem Fall war sogar ein Funken Wahrheit drin versteckt. So eine Soap gab's wirklich noch nie! Nur dass den Mallorquinern noch kein Mensch erklärt hat, was die in reinstem Deutsch gehaltenen Durchhalte-Werbetafeln an ihren Straßenrändern eigentlich bedeuten! Wie soll man ihnen beschreiben, was ihnen nun wirklich nicht entgangen ist? Versuchen wir's mal: Ein Haufen sehr junger, allerweltsschöner Schauspieler oder besser Darsteller - dies verhält sich zu jenem wie Heimwerker zu Schreiner - wurde vor vielen Monaten engagiert, um dem deutschen Fernsehvolk zu zeigen, dass es noch etwas anderes gibt als sich ständig wiederholende Geschichten von Liebe und Intrige. Es sollte etwas ganz neues werden. Heraus kam etwas mehr als ganz neues: Eine Serie über Liebe und Intrige! An einem großen Tisch wurde, bei Cola, lauwarmem Kaffee und alten Keksen, der Standort der Serie diskutiert: Der Produzent hatte eine Eingebung: "Drehen wir doch einfach mal auf Mallorca!", soll er gesagt haben. "Is' mal was anderes!" Bei den Worten Is' mal was anderes wachte der Programmchef des Senders auf. Er hatte geträumt, Gott habe ihn gefragt: Willst du einen eigenen Fernsehsender? Bei dem Angebot konnte er nicht widerstehen und antwortete: "Ja, das will ich!" Und so kam auf göttliche Weise der Produzent zum Vertrag. Der Produzent schritt sofort zur Tat, also beiseite und öffnete dem Programmchef dienernd und auf Knien die Tür. Dann machte er seinem Produktionsteam unmißverständlich klar, was er an Qualität von ihnen und damit der Serie verlangte: Also "... je billiger wir produzieren, desto mehr verdiene ich ... äh ... wir!" Das Team folgte den Anweisungen seines Produzenten und - kaum zu glauben - produzierte eine billige Serie! Darsteller wurden zu Niedrigstgagen verpflichtet, wer Schreibmaschine konnte, durfte Drehbücher schreiben und den Darstellern in den Mund legen. Besonderes Ohrenmerk wurde auf die Jugendlichkeit der Sprache gelegt. Zielgruppengerecht eben. Was dabei heraus kam, hört sich in der Serie voll zielgruppengerecht an und liest sich ungefähr so: - Sie: "Warst du heute am Strand?" Er: "Klaro!" Sie: "Und Julia?" Er: "Fuck Off!" Schnitt! Abspann! Ob Julia am Strand war oder nicht, das erfahren wir in der nächsten Folge. Ihr nicht, und das nicht zu Eurem Nachteil, liebe Mallorquiner. Der Sprachduktus der Zielgruppe, also der 12-25jährigen deutschen Fernsehzuschauer, mag zwar zum großen Teil verkommen sein, aber so verkommen wie der von Drehbuchtippern ist er nicht! Und noch etwas, liebe Mallorquiner: Eure Kathedrale, das Meer, die Strände, ein- und auslaufende Fährschiffe kennt ihr selbst am besten! Und was die alle (gemeint sind natürlich die Figuren aus der Serie) hier auf Mallorca wollen (wir sprechen auch hier freilich vom Inhalt der Serie), das haben selbst wir nach der 100. Folge nicht herausfinden können. Vielleicht haben sie sich ja alle auf der Suche nach dem Paradies verlaufen und rufen deshalb aus dem Quotental: Sie: "Gehst du heute tauchen?" Er: "Manno das coolt absolut down, deine abgeturnte Fragerei!" Sie: "Warum bist du eigentlich auf der Insel?" Er: "Weil's easy is', Claudia!" Sie: "Bor eh ... find' ich echt geil!" Er: "Sag' doch einfach Klaus zu mir!" Sie: "Klar, Alter!" Er: "Kann ich heut' Nacht bei dir pennen?" Sie: "Sowieso! Aber nur, wenn du mit mir Mallorca' glotzt, und mir dann erklärst, worum's in dem Serienteil eigentlich geht!" Er: "Logo! Und jetzt bück' dich! Ich muß mit dir reden!" Mehr zum Thema im Mallorca News-Archiv. |
| Mallorca
News Nr. 39 vom 24.09.99
Baustopp für Fincas, Fähre statt Flugzeug, Antonio Asensio & RCD Mallorca |
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| Mallorca
News Nr. 38 vom 17.09.99
Mallorca Online - eine Nazisite? Propaganda gegen Deutsche: ein Text und seine Folgen |
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| Mallorca
News Nr. 37 vom 10.09.99
Propaganda gegen Deutsche, Sperrstunde in der Llonja, Sir Peter Ustinov |
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News Nr. 36 vom 03.09.99
Russenmafia, Verkehrsunfälle, Roland Füllenbach über Claudia Schiffer |
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| Mallorca
News Nr. 35 vom 13.08.99
Schwarzvermieter, Sprachenstreit, Politik mit Bart: F. Antich und P. Sampol |
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News Nr. 34 vom 06.08.99
Makler-Test, Glamourlady Nina Ruge, Arabella in Arenal |
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News Nr. 33 vom 02.08.99
Roland Füllenbach über die SPIEGEL-Coverstory "Wem gehört Mallorca?" |
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News Nr. 32 vom 23.07.99
Mallorcas neue Regierung, Michael Douglas gründet Costa Nord, "Wetten, daß.. " in Palma |
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