| GRENZEN
DES WACHSTUMS
Der Wirtschaftswissenschaftler Miquel Alenyá, Leiter der Forschungsabteilung der Inselbank Sa Nostra, warnt davor, dass der Zuwachs im Tourismus dieses Jahr die Möglichkeiten der Balearen übersteigen könnte. Alenyá erwartet aufgrund der Zahlen der vergangenen Jahre eine halbe Million mehr Urlauber. Die Hochsaison werde sich verlängern und die Versorgung der Insel mit Energie und Wasser sei ernsthaft in Gefahr. Um das Angebot im Tourismussektor zu verbessern seien Investitionen von 15.000 Mio. Pts. erforderlich. Hauptproblem - so Alenyá - sei die im Unterschied zu den vergangenen Jahren verlängerte Hochsaison, die sich bis einschließlich September erstrecken könne. Steigt die Anzahl der Buchungen im Mai noch um 3,8%, so erreiche der Zuwachs im Juni bereits 5,7 %. Ab Juli erwartet Alemany eine nahezu vollständige Auslastung der Hotel- und Appartmentkapazitäten mit insgesamt bis zu 500.000 Besuchern mehr als im Vorjahr. Vor allem in diesen beiden Monaten könne es - nach dem bisherigen Stand - auch zu Problemen bei der Wasserversorgung sowie der Entsorgung von Müll kommen (s.a. nächsten Artikel)... Mehr zum Thema im Mallorca News-Archiv und in der aktuellen Ausgabe der Ultima Hora. |
| VIEL
MÜLL, WENIG WASSER
Deutsche Sensationsmedien haben Mallorca wiederentdeckt. Die Bild-Zeitung berichtete Mitte April über katastrophale Zustände bei der Wasserversorgung an der Playa de Palma im kommenden Sommer. Der englische Fernsehsender BBC will sogar ein zehnköpfiges Reporterteam auf die Insel schicken, um vor Ort über die Situation zu berichten. Einige britische Reiseveranstalter empfehlen ihren Kunden bereits, die Balearen in diesem Sommer zu meiden. Währenddessen versucht die Landesregierung einen Krisenplan zu erarbeiten, um einheimische und ausländische Gemüter zu beruhigen. Die Landesregierung hofft für die kommenden Monate, jedem Einwohner der Gemeinden von Palma und Calvià zwischen 300 und 330 Liter Wasser pro Tag liefern zu können. Nach Einschätzung des Umweltministeriums belaufen sich die zur Verfügung stehenden Wasserkapazitäten auf insgesamt 161.000 Kubikmeter täglich. Voraussetzung dafür ist jedoch das einwandfreie Funktionieren aller eingesetzten Klär- und Entsalzungsanlagen sowie die Erwartung auf Niederschläge in den kommenden Wochen. Nach Schätzungen der Behörden müssen in Palma und Calvià während der Monate Juni bis einschließlich September 540.000 Menschen im Monat mit Wasser versorgt werden. Diese Zahl ergibt sich aus den in beiden Gemeinden eingeschriebenen Einwohnern plus der zu erwartenden Urlauberzahl. In Palma und Calvià sind insgesamt 360.000 Einwohner registriert. Dazu werden in der Hauptsaison noch einmal weitere 180.000 Urlauber erwartet, die in den Bettenburgen an der Playa de Palma, Cala Major, in Magaluf und Palmanova gebucht haben. "Eine Milchmädchenrechnung", meint ein Arbeiter der städtischen Wasserwerke Emaya. "Nicht dabei berücksichtigt wurden nämlich die vielen Residenten, die erst gar nicht in einem Einwohnerverzeichnis auftauchen." Außerdem, so der Arbeiter weiter, würden viele Urlauber bei Familienangehörigen auf der Insel unterkommen. Dazu kommen noch Tausende von Yachtbesitzern, die während der Sommermonate die zahlreichen Sporthäfen von Palma und Calvià anlaufen, sowie die ständig zunehmende Zahl von Kreuzfahrturlaubern. Antonio Rodríguez Pereo, Leiter des Amtes für Wasserversorgung im Landes-Umweltministerium, ist sich dennoch sicher, dass "die zur Verfügung stehende Menge an Trink-und Brauchwasser im Großraum Palma vollkommen ausreicht." Perea rechnet mit maximal 178.000 Kubikmetern Wasser, die in den Risikogebieten von Palma und Calvià täglich benötigt werden, 17.000 Kubikmeter mehr, als derzeit von Emaya zur Verfügung gestellt werden kann. Durch die Erweiterung der Meeresentsalzungsanlage sollen deshalb weitere 7.000 Kubikmeter ins Wassernetz eingespeist werden. Die Entscheidung darüber liegt jedoch bei der Zentralregierung in Madrid, die zwar über ihre Delegierte in Palma, Catalina Cirer, ein provisorisches Einverständnis gab. Mit der endgültigen Genehmigung ist aber erst Anfang Juni zu rechnen, wenn die neue Regierung ihre Geschäfte aufgenommen hat. ... Mehr zum Thema im Mallorca News-Archiv. |
| NEUES VOM FÄLSCHER
Fälscherkönig Konrad Kujau (62), Erfinder der Hitler-Tagebücher, will mit der deutschen Schickeria auf Mallorca ins Geschäft kommen. "Jeder kann sich bei mir auf Bestellung einen 'alten Meister' malen lassen - den kriegt er in zwei Wochen", sagte er jetzt in Puerto de Andratx, wo die Tochter von Schumacher-Manager Willi Weber für ihn eine neue Galerie der Fälschungen aufgemacht hat. Prunkstück der durch eine Alarmanlage gesicherten gläsernen Galerie ist eine nachempfundene Mona Lisa für 5.500 Mark. Kujau malte sie in sechs Tagen, Leonardo da Vinci (1452-1519) brauchte für sein Meisterwerk zwölf Jahre. Einen Picasso schafft Kujau in zwei Tagen, "aber meine Spezialität ist Dali", lächelte er. "Ich fühle mich selbst als Surrealist und verändere Dali-Bilder so, dass daraus ein echter Kujau wird." Die teuersten Bilder, die er auf Mallorca anbietet, sind zwei nachgemalte Motive des Wiener Malers Gustav Klimt (1862-1918) in schweren säulenartigen Goldrahmen - dafür verlangt der Meisterfälscher je 15 000 Mark. "Die Leinwand ist wie bei Klimt mit 24-karätigem Blattgold beschichtet", erklärte er den teuren Preis der Bilder. "Kujau auf Mallorca - das war eine echte Marktlücke", meinte Christina Hezinger, die attraktive Tochter von Willi Weber. Sie und ihr Mann, der junge Stuttgarter Unternehmer Steffen Hezinger, sind die Inhaber der neuen Galerie nahe der Hafenmole. Der Meister selbst, der bei der Eröffnung vor Fernsehkameras mit Kindern T-Shirts bemalte, will sich trotz seiner 62 Jahre noch lange nicht zur Ruhe setzen: "Zuerst miete ich mir ein Atelier auf der Insel, dann komme ich immer für ein paar Wochen und mache die bestellten Bilder fertig." Und verschmitzt verriet er: "Ich hab' was ganz Großes vor - da wird Deutschland noch mal von mir sprechen." Mehr zum Thema in der aktuellen Ausgabe der Berliner Morgenpost. |
| Mallorca News Nr. 51 vom 24.3.00
Wegezoll auf dem Land, Polemik um deutsche Ärzte, Michael Douglas eröffnet Costa Nord |
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