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BLEIBT DER REGEN?
Die Wasserknappheit auf den Balearen nimmt immer schlimmere Formen an. Probleme für Touristen seien dennoch, so versichert die Regierung, selbst in der Hochsaison nicht zu befürchten. Die spanische Ferieninsel Mallorca und die übrigen Balearen sollen aufgrund der anhaltenden Trockenheit zum Katastrophengebiet erklärt werden. Die autonome Regierung der Balearen beschloss in Palma de Mallorca, einen entsprechenden Antrag bei der spanischen Zentralregierung zu stellen. Sie will damit nach Berichten in der Lokalpresse erreichen, dass Madrid eine Reihe von Sonderhilfen für die Landwirte auf den Balearen-Inseln freigibt. Die Regierung der Balearen hatte mehrfach versichert, dass die Urlauber auch in der Hochsaison im Sommer von der Wasserknappheit nicht betroffen sein würden. Sie wies jetzt allerdings darauf hin, dass die Dürre in der Landwirtschaft Schäden in Höhe von 44 Millionen Mark verursacht habe. Die Inselgruppe, zu der neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, leidet seit dem vorigen Jahr unter einer der schlimmsten Dürren des Jahrhunderts. Die Balearen-Regierung erhofft sich von einer Erklärung der Region zum Katastrophengebiet, dass zum Beispiel die Agrarhilfen der EU den Bauern im Voraus ausgezahlt werden. Außerdem sollen Sonderzuschüsse gewährt werden, damit Tierfutter aus anderen Teilen des Landes auf die Inseln transportiert werden kann. Die Bauern sind auf den Balearen die mit Abstand größten Verbraucher von Trinkwasser. Mehr als die Hälfte des gesamten Wasserverbrauchs entfällt auf die Bewässerung der Felder in der Landwirtschaft. Es steht allerdings noch nicht fest, ob die konservative spanische Regierung von Ministerpräsident Jose Maria Aznar dem Gesuch des sozialistisch geführten Balearen-Kabinetts nachkommen wird... Mehr zum Thema im Mallorca News-Archiv und in der aktuellen Ausgabe von Spiegel online. |
| ABER
BITTE IN BAR!
Die Balearen-Regierung will nun doch die umstrittene Öko-Steuer für Touristen einführen. Ein entsprechendes Gesetz soll noch vor Beginn der Hochsaison durch das Regionalparlament gepaukt werden. Demnach werden die Balearen-Reisenden schon bald bis zu zwei Mark pro Tag zusätzlich abführen müssen. Mit den geplanten Mehreinnahmen von jährlich zwischen 120 und 180 Millionen Mark will die Regierung Naturparks anlegen und verbaute Küstenstreifen sanieren. Die Initiative ist jedoch so alt wie die Klage über den Massentourismus. Schon die konservative Vorgängerregierung liebäugelte mit einer Kurtaxe. Dahinter steht nicht allein die Sorge um die Umwelt, sondern auch die Umgestaltung des Inselprofils. Angesichts des ungebremsten Ansturms auf den Archipel wollen die Behörden vom Massen- auf den Qualitätstourismus umsatteln. Nicht mehr Touristen, sondern mehr Einnahmen pro Tourist heißt die Devise. Vor zwei Jahren verfügte Palma gar einen Baustopp für neue Hotels. Denn die alten Kapazitäten - rund eine halbe Million registrierter Betten - sollen nach und nach Luxusherbergen weichen. Die Reiseanbieter hatten die Ökoabgabe stets kritisiert. Neben Wettbewerbsnachteilen galt schon die technische Durchführbarkeit des Projekts als Hindernis. So ist auch diesmal nicht klar, ob die Touristen ihre tägliche Sonderabgabe an Zahlhäuschen am Flughafen, bei Kauf des Flugtickets oder zu Hause im Reisebüro entrichten sollen. Ungelöst ist auch die Differenzierung zwischen Touristen und Besuchern von Angehörigen. Müssen etwa Immobilienbesitzer bei der Anreise zahlen, wenn sie nicht auf den Balearen gemeldet sind? Gelten Geschäftsreisende als Touristen? Was passiert, wenn der Reisende seinen Aufenthalt verlängert? Allen Hindernissen zum Trotz ist die rot-grün-nationalistische Führung jedoch zur Durchsetzung des Projektes entschlossen. Der Tourismusbeauftragte Celesti Alomar sagte, die Einführung des "nachhaltigen Tourismus", die insgesamt mindestens eine Milliarde Mark kosten werde, sei gar nicht anders zu finanzieren. Palma will alte Hotels abreißen, Naturparks einrichten und Fincas im Hinterland aufkaufen - bevor noch mehr "Inselerbe" an betuchte Ausländer fällt... Mehr zum Thema im Mallorca News-Archiv und in der Welt. |
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LEISEN SOHLEN
- Die bequemen Treter der Marke "Camper" haben bei Jugendlichen Kult-Status. Von Ana Menendez - Sehen, kaufen, einsteigen, wohlfühlen. Das ist die normalste Sache der Welt, wenn es um Camper-Schuhe geht. Die bequemen Treter aus Mallorcas Mitte haben bei Jugendlichen Kult-Status. Die pelotas by Camper - eine Art sportlicher Halbschuh - sind der Verkaufsrenner weltweit. Der kreative Kopf der Schuhfabrik aus Inca sieht sich trotz der Erfolge vor allem als Schuster. "Ich weiß überhaupt nichts." Mit diesen Worten beginnt Guillem Ferrer, Chefdesigner der Schuhfirma Camper, seine Plauderei mit Studenten der Designerschule "Blau" in Palma. Ob die Einleitung seine Lebensphilosophie ist oder nur als Provokation gemeint war, bleibt offen. Vor 15 Jahren entschied sich Ferrer, Schuhe zu machen. Seitdem verfolgt er "diesen Weg". Seine Ausbildung sei ganz normal gewesen, was ihm den richtigen Dreh zum "Vorankommen" gab, war die Praxis. Ferrer bezeichnet sich als Schuster, nicht als Designer. "Ich wollte immer mit den Händen arbeiten", dennoch lenkt er ein, "braucht man vorher eine gute Idee, um seinen Weg machen zu können." Seit neun Jahren arbeitet der Designer für Camper. Gerade versuchen die Mallorquiner, den schwierigen amerikanischen Markt zu erschließen. "Mich interessieren die Vereinigten Staaten nicht. Mir gefällt die Art der Leute nicht, allem den amerikanischen Stempel aufdrücken zu wollen." Mit den Schuhen von Camper wird das nicht passieren, verspricht Ferrer. "Wir hören uns in Ruhe alle Verbesserungsvorschläge an und denken darüber nach, aber wir lassen uns nicht veramerikanisieren." Seine Antipathie gegen das übertrieben Amerikanische gibt ihm Recht: Camper-Treter avancieren bei Jugendlichen zu Kult-Schuhen. Erst vor knapp zwei Monaten eröffnete Camper ein Geschäft in der teuersten Straße Mailands: in der Monte Napoleone. Das Geschäft läuft sehr gut. An einem der letzten Samstage verkaufte Camper in der Boutique in Mailand mehr als 180 Paar Schuhe an einem Vormittag. Ferrers einzige Erklärung: "Wir leben im Zeitalter des Überflusses." Auch in Rom wird Camper demnächst einen Laden eröffnen.Daß Camper-Kreationen solch einen guten Absatz finden, verwundert die wenigsten. Denn wenn man von Camper spricht, ist man schnell bei bequemen Schuhen, in denen man vor allem eines kann: gut gehen und wandern - dafür sind sie geschustert. Die Preise für die Schuhe empfindet Guillem Ferrer nicht zu hoch bemessen: Die Schlappen kosten zwischen 10.000 und 20.000 Pts., etwa 120 bis 240 Mark. Für ein Paar sind rund 100 Arbeitsschritte nötig, in denen 40 bis 60 Einzelteile zusammengefügt werden. Und noch ein Detail ist für Ferrer sehr wichtig: Camper-Schuhe entstehen immer in Teamarbeit. "Ohne meine Leute bin ich nichts", sagt Ferrer schulterzuckend. Und er ergänzt: "Manchmal hast du eine vage Vorstellung von einer Idee. Im Gespräch mit den anderen erhält sie Konturen." Der Designer stellte erst im Laufe der Jahre fest, daß Teamarbeit weit effizienter ist als der mühsame Kampf eines Einzelnen... |
| Mallorca News Nr. 52 vom 28.4.00
3 Monate Hochsaison?, Dauerthema Wassermangel, Tagebuchfälscher Kujau in Andratx |
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| Mallorca News Nr. 51 vom 24.3.00
Wegezoll auf dem Land, Polemik um deutsche Ärzte, Michael Douglas eröffnet Costa Nord |
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