msm-Logo MALLORCA NEWS Nr. 57

Die Tops und Flops vom 14.7.2000

Stern Titel Nr.29/00
Foto: Stern
REICH FÜR DIE INSEL?
- Die alljährliche Rallye um den ersten Mallorca-Titel geht dieses Jahr an den Stern -

Jahrzehnte war der Deutschen liebstes Reiseziel ein Synonym für Urlaub á la Ballermann. Jetzt haben die Spanier den Billigtourismus satt. Sie wehren sich nicht nur gegen die Invasion teutonischer Prolls, ihnen sind auch Protze suspekt, die weder an ihrer Sprache interessiert sind noch an ihrer Kultur. Die Mallorquiner wollen endlich echte Klasse statt purer Masse...

Mehr zum Thema bei Stern online und im Mallorca News-Archiv.


Ballermann
Playa
Fotos: msm-Archiv
DIOXIN AM BALLERMANN
- Balearen-Regierung reagiert auf Umweltskandal an der Playa de Palma -

Nachdem deutsche Fernsehreporter einen Sondermüllskandal aufgedeckt hatten, kam nun postwendend die Antwort der Balearenregierung in Form einer Pressemitteilung des Tourismusministeriums. Die Erklärung im Wortlaut:

"Die Regierung der Balearen wird die illegale Deponie von Can Ramis (Lluchmajor) schnellstens beseitigen

1) "Die Existenz einer unkontrollierten Deponie im Bereich des Steinbruchs von Can Ramis war bereits von der Balearischen Regierung als auch von anderen Verwaltungen der Insel festgestellt worden. Die gegenwärtige Regierung der Balearen hatte bereits gegen die Eigentümer der Nutzungsrechte von Can Ramis ein Strafverfahren zur soforigen Schließung der illegalen Deponie eingeleitet, die von den Eigentümern, unter Ausnutzung der Rückbauarbeiten im Bereich des Steinbruchs, betrieben wurde.

2) "Aufgrund aktueller Meldungen in deutschen Medien hat der Tourismusminister (!; Anm der Red.) der Balearen, Celesti Alomar, eine Inspektion der Region durchgeführt und sich sofort mit dem Umweltministerium der Balearenregierung in Verbindung gesetzt. Zu betonen ist dabei, dass - unabhängig von den aktuellen Veröffentlichungen - die Verantwortlichen des Umweltministeriums der Balearen eine Dringlichkeitssitzung mit den Besitzern von Can Ramis und ihren Anwälten einberufen hatten, um der Situation endgültig ein Ende zu machen.

3) "Am Mittwoch, den 28. Juni, trafen sich der Abteilungsleiter für Abfallwirtschaft des Umweltministeriums der Balearen und Techniker desselben Ministeriums mit den Verantwortlichen von Can Ramis sowie dem Präsidenten der Balearischen Kammer für Bergwerksingenieure zu einer gemeinsamen Sitzung. Dabei wurde die Ausarbeitung eines Sofort-Maßnahme-Planes unter Verantwortung des Präsidenten der Ingenieurkammer und einer Technikerin des Umweltministeriums beschlossen. Die Umsetzung des Planes soll umgehend erfolgen - auch wenn es einige Tage dauern wird (?!; Anm der Red.) - und während der Umsetzung bleibt jede Tätigkeit im Steinbruch unterbunden. Die Verbrennung, die in der Region erfolgte, wird gestoppt und die Deponie wird völlig aufgelöst. Alle Kosten, die durch die Maßnahmen der Regierung entstehen, sind vom Nutzer von Can Ramis zu tragen."

medien service mallorca meint: Politik ist - vor allem - Durchsetzungsvermögen!


Die Meldung die medien service mallorca, die Bild-Zeitung und andere deutsche Medien veröffentlicht hatten:

Zwei illegale Müllkippen, Can Ramis und Can Duran, sollen die Luft an der Playa de Palma vor S'Arenal verpesten. Dort wird in Steinbrüchen Abfall entsorgt: angeblich nur Bauschutt, in Wirklichkeit aber auch Autoreifen, Metalle, Plastik, Batterien, Kühlschränke. Noch schlimmer: Seit Jahren glimmen auf den Müllkippen Schwelbrände. Umweltexperten: Der Rauch ist ein giftiger Cocktail aus Stickstoffoxid, Schwefeldioxid, Quecksilber, Blei und Dioxin. Eine deutsche Rentnerin: "Es stinkt beißend nach Chemikalien"...

Mehr zum Thema bei Fakt online, im Mallorca News-Archiv und über AFM-Film- und TV-Produktion.


Finca Son Ferra
Balearenregierung
Greenpeace-Magazin
Fotos: msm-Archiv, Greenpeace-Magazin
ZURÜCK ZUR NATUR?

In der Zwischenzeit war auch die - für den Dioxin-Skandal eigentlich zuständige - grüne Landesumweltministerin Margalida Rosselló nicht untätig und gewährte dem deutschen Greenpeace Magazin ein Interview. Dessen Kernaussagen - "keine Fincas mehr an Ausländer", "maximal zwei Touristen pro Einwohner" und "die Alternative zum Tourismus ist die Landwirtschaft" - sorgten ihrerseits für so viel Wirbel, dass sich die - kein Fettnäpfchen auslassende - Frau Ministerin nun wiederum zu einer Richtigstellung in der deutschen Inselpresse genötigt sah. Auszüge aus einem Interview mit dem Palma Kurier:

Frage: Sie erklären, Mallorca brauche die Landwirtschaft, wenn der Tourismus nicht mehr floriere. Zurück zur Natur?
Rosselló: Die Landwirtschaft ist eine Alternative zum Tourismus. Aber man darf den Tourismus nicht verteufeln, man muß ihn umwandeln und verbessern. Zum Beispiel gilt es, den Natur-Tourismus zu fördern.
Frage: Die Landwirtschaft macht kaum zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus...
Rosselló: Die Landwirtschaft muß gefördert werden. Die Industrie allerdings auch. Zum Beispiel könnten auf den Balearen Unternehmen für alternative Energie und Müllverwertung angesiedelt werden.
Frage: Plant die Regierung Gesetze gegen der Verkauf von Fincas an Ausländer?
Rosselló: Solche Gesetze sind nicht geplant, und sie wären in Europa auch nicht möglich....
Frage: Sie wünschen sich einen Rückgang von 12 auf 1,2 Mio. Urlaubern pro Jahr...
Rosselló: Ich wünsche mir ein nachhaltiges Wachstum der Urlauberzahlen. Aber zwölf Mio. sind eine sehr hohe Zahl, das geht über unsere Ressourcen. Mehr dürfen es nicht werden...

medien service mallorca meint: "...nachhaltiges Wachstum..."?, "...mehr dürfen es nicht werden..."?! - das verstehe, wer will und kann!

Mehr zum Thema im Greenpeace Magazin, im Mallorca News-Archiv.


 
 Mallorca News Nr. 56 vom 26.6.00
Dioxin am Ballermann - der Umweltskandal an der Playa de Palma
 Mallorca News Nr. 55 vom 16.6.00
10x keine blaue Fahne, Streiks der Taxi- und Busfahrer, Ärger um EU-Subventionen
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