msm-Logo MALLORCA NEWS Nr. 58

Die Tops und Flops vom 8.9.2000

RandaleTote Hose
RevolteAlles zu...
Maria Crespo
Fotos: RTL, Bild
BIERKRIEG AM BALLERMANN

Tausende deutsche Touristen auf Mallorca sind stinksauer: Alle fünf Biergärten in der beliebten Schinkenstraße in El Arenal sind für eine Woche geschlossen. Der Grund: Jede Freiluft-Kneipe war schon 30-mal wegen zu lauter Musik verwarnt worden, die Polizei machte alle dicht. 4000 wütende Urlauber versammelten sich nachts vor den geschlossenen Kneipen, beschimpften Polizisten und zündeten Abfalleimer an. 

Hintergrund: Anwohner hatten sich immer wieder (30 Anzeigen!) beschwert, nach 24 Uhr dürfen die Biergärten auf der Party-Meile keine Musik mehr spielen. Ein Wirt: "Wer dagegen verstößt, wird erst verwarnt, dann schließt die Polizei den Laden." Nun erwischte es fünf Lokale, darunter den bekannten Bierkönig und das Bamboleo. Statt Party nur noch tote Hose.

Julian Oliver, Sprecher der Schinkenstraßen-Wirte: "Morgens tauchten 20 Polizisten auf, um uns mitzuteilen, dass ab Mitternacht alle Lokale durchgehend für sieben Tage und Nächte schließen müssten. Sie zeigten uns die schriftliche Verordnung."

Die Schinkenstraße bleibt trocken. Trotz Protesten von Wirten und Gästen gibt die Stadtverwaltung von Palma im Bierkrieg nicht nach. Den vier großen Biergärten gehen jeden Tag rund 300 000 Mark flöten. Wirte-Sprecher Oliver: "Wir bereiten eine Millionen-Klage vor. Die Urlauber sind sauer: Die benachbarte Bierstraße bietet zwar Kneipen, aber weniger Party."

Es wird immer klarer: Die Schließung der Biergärten längs der Schinkenstraße ist nicht nur ein Schlag gegen die Wirte. Palma will die Billigtouristen loswerden. Am Donnerstagmorgen erschienen die Schinken-Wirte samt ihren Anwälten bei Palmas Bürgermeister Juan Fageda. "Wir werden jeden Tag gegen die Schließung protestieren, von 21 Uhr bis zwei Uhr morgens veranstalten wir mit den Deutschen Kundgebungen in der Schinkenstraße", droht Pepe Tirado, Sprecher der Kneipenbesitzer. Doch der Bürgermeister bleibt hart: Zapfhähne zu, basta.

Die Frau, die die Schinkenstraße trockengelegt hat, ist Maria Crespo (s. Foto), zuständig für Umwelt und Gesundheit. Sie sagt: "Die Alkoholexzesse in den Biergärten schaden dem guten Ruf Mallorcas". Der so genannte Billigtourismus mit Säufern und Randalierern habe auch Kriminelle angezogen, besonders aus dem Osten. Das müsse kontrolliert werden.

Damit greift sie die deutschen Touristen indirekt an. Denn: Die Klagen der Anwohner wiederholen sich in dieser Zone, die sich in ein deutsches Viertel verwandelt hat, schreibt die angesehene spanische Zeitung La Vanguardia (Barcelona).

In puncto Kriminalität hat Maria Crespa ein starkes Argument: Profi-Killer erschossen den Deutschen Manfred Meisel samt seinem Sohn Patrick (4) und seiner Haushälterin. Ihm gehörte der Bierkönig. Die Mörder wurden bis heute nicht gefasst.

Kein Platz mehr für Billigurlauber auf Mallorca? Nicht nur die Stadtverwaltung von Palma arbeitet daran. Auch die deutschen Reiseveranstalter rücken die Kunden mit schmalem Portemonnaie aus dem Mittelpunkt. Schon in der Wintersaison werden so viele hochklassige Unterkünfte wie noch nie angeboten. LTU hat Fincas mit Vier-Sterne-Komfort im Angebot, ITS bietet eine neue Vier-Sterne-Anlage (Golf, Tennis, Fitness), und auch Neckermann wirbt im Sommer mit höherwertigen Unterkünften...

Mehr zum Thema in Bild Online und im Mallorca News-Archiv.


Residenten
Foto: msm-Archiv
POLEMIK GEGEN DEUTSCHE

"Eine Million Deutsche werden im Jahr 2001 auf Mallorca wohnen", titelte die Mallorquinische Zeitung Ultima Hora am 3. September. Daß es sich bei der Zahl lediglich um die Schätzung eines Immobilienverbandes handelt, wird nur in einem Nebensatz erklärt. Zwei Tage später verkündet dasselbe Blatt, eine deutsche Firma sei Schuld am Wassermangel in Porto Cristo. Der Diario de Mallorca wiederum bezeichnet die Deutschen schlicht als "Invasoren" und wundert sich, daß Miss Germany Susan Hücke nicht blond und blauäugig ist.

Rechtzeitig zu Mallorcas Nationalfeiertag Diada de Mallorca gießen die einheimischen Medien mehr Öl denn je in das nationalistische Feuer. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Immer mehr Jugendliche nehmen an fremdenfeindlichen Aktivitäten teil. Viele Mallorquiner empfinden die Deutschen inzwischen als Bedrohung. Auch Politiker nutzen den Nationalismus im Kampf um Wählerstimmen. Statt sich von den Meinungsmachern zu distanzieren, forderte Umweltministerin Roselló kürzlich die Bevölkerung auf, an Ausländer keine Häuser mehr zu verkaufen...


Bauherr
Immomarkt Sued
Fotos: HVB
IMMOBILIENMARKT MALLORCA

Der Bausektor auf den Balearen explodiert. Diesen Eindruck hat der unbeteiligte Beobachter, wenn er die Meldungen in der Tagespresse verfolgt. Die Unternehmerverbände und Gewerkschaften melden in diesen Tagen 15.000 Baustellen auf den Inseln. Trotz schärferer Baugesetzgebung und des Raumordnungsplans boomt der Sektor. In Cala Llamp baut die Immobiliengruppe der HypoVereinsbank zur Zeit das Projekt Grand Folies. Auf einem Areal von 44.000 Quadratmetern über der Bucht von Andratx werden 600 Billigbetten abgerissen. Statt dessen entstehen 230 Eigentumswohnungen; luxuriöse Residenzen im Stil eines mediterranen Ressorts, Beach- und Social-Club inklusive. Einzugsdatum ist Sommer/Herbst 2001. Größe der Wohnungen und Penthouse-Maisonette-Apartments: bis zu 300 Quadratmeter. Kaufpreis: ab 500.000 Mark aufwärts.

Das Projekt an Mallorcas Südwest-Küste gilt aber auch als inoffizieller Startschuß für die Expansion von HVB Immobilien in den Süden Europas. Seit 1998 ist das Unternehmen bereits in der Schweiz mit Erfolg präsent. "Doch der große Sprung beginnt mit Spanien", erklärt ein Hypo-Sprecher.

Schließlich ist die ausländische Nachfrage nach Wohnimmobilien auf Mallorca in den letzten zwölf Monaten enorm gestiegen. Dies spiegelt sich vor allem in den Preisen wider, die sich trotz unverminderter Bautätigkeit auf der Insel je nach Immobilienart und Lage allein seit Juli 1999 um bis zu 20 Prozent erhöhten. Für eine neue Wohnung mit durchschnittlicher Bauausstattung und Balkon oder Terrasse in einer Appartementanlage müssen ausländische Erwerber in der untersuchten Region, Mallorcas Süd- und Ostküste, je nach Anzahl der Schlafzimmer (1-3) mit einem Preis von 200.000 bis 500.000 DM rechnen. Ein neues Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte mit Balkon oder Terrasse und einem kleinen Gartenanteil kommt bereits auf 300.000 bis 550.000 DM. Für gebrauchte Immobilien ist ein Preisabschlag von bis zu 20 Prozent die Regel.

Zu diesem Ergebnis kommt die HVB Expertise, die Immobilienberatungsgesellschaft der HypoVereinsbank, in einer neuen Analyse zum Immobilienmarkt Mallorcas. Auch für die nächsten Jahre ist generell ein weiterer Anstieg der Preise, wenn auch in geringerem Maß als im vergangenen Jahr, zu erwarten. Dabei wird sich jedoch nach Ansicht der Experten der Markt nach Baudatum, Bauqualität und Lage der Objekte deutlich differenzierter zeigen. Bei älteren Objekten werden sogar leichte Preisrückgänge erwartet.

Der Boom zeigt die besondere Beliebtheit der Baleareninsel als Urlaubsziel und als temporärer Wohnsitz. Mehr als 35 000 Deutsche verbringen mehr als drei Monate pro Jahr auf der Insel. Über die Hälfte der rund 7 Mio. Besucher jährlich stammen aus Deutschland...

Die vollständige Marktanalyse Mallorca findet sich im Internet unter www.hvbexpertise.de. Mehr zum Thema im Mallorca News-Archiv.


 
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